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Neuerscheinungen

Nach Thomas Bernhard kann die Kunst der Übertreibung auch die Form der Untertreibung annehmen. In Sinne einer solchen Untertreibung muß die Publikation von »Meine Preise« als Sensation gelten: Zum 20. Todestag im Februar 2009 wird diese Prosaarbeit erstmals veröffentlicht. Bernhard hat sie 1980 fertiggestellt, zu Lebzeiten aber nie publiziert. Der Text gliedert sich in neun Kapitel und einen Anhang. Zornig Rückschau haltend, zieht Bernhard darin eine Bilanz der ihm verliehenen Literaturpreise. Detailliert schildert der begnadete Komiker die Tragödien, zu denen sich die Überreichung seiner Literaturpreise jeweils entwickelte. Ob Bremer Literaturpreis, ob Staatspreis für Roman, ob Grillparzer-Preis, ob Georg-Büchner-Preis: Als Auslöser von Skandalen dienten sie dem Geehrten allemal. Für den Autor sind die mit den Preisen verbundenen Geldbeträge aber auch ein Anlaß, sich in Abenteuer zu stürzen.

Auf die gesamte Menschheit schimpfend und über sich selbst den Kopf schüttelnd entwirft Thomas Bernhard ein Selbstporträt des Autors als Preis- und Preisgeldempfänger. Diese Selbstdarstellung setzt da ein, wo die bisher in Buchform erschienene Autobiographie endet - bei seiner frühen Anerkennung nach dem ersten Roman - , und schließt mit dem Austritt aus der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung.

Diese bisher unveröffentlichte komödiantische Prosa zeigt Bernhard auf dem allerhöchsten Stand seiner Kunst: Schimpfend, staunend, verfluchend-verlachend hadert Thomas Bernhard mit der Welt im allgemeinen, dem Kulturbetrieb im besonderen und ganz speziell mit sich selbst mittendrin.

   

Es ist wieder was passiert, und diesmal ist der Simon Brenner, zumindest teilweise, Schuld daran. Denn der Brenner ist jetzt nicht nur Ex-Polizist und Ex-Detektiv, der Brenner ist jetzt auch Ex-Chauffeur vom Bauunternehmer Kressdorf und seiner Frau. Zuvor hat er als „Herr Simon“ in einer Tankstelle gestanden und einen doppelten Espresso getrunken, weil ihm der Kaffee wegen der Tabletten immer wichtiger geworden ist. Und als er dann wieder zurück zu seinem Wagen gekommen ist, war der leer. Drinnen hat aber vorher die Helena in ihrem Kindersitz gesessen. Und durch die Entführung der Helena kommt dann eine fast mythische Geschichte ins Rollen, an deren Ende sieben nicht gerade appetitlich ermordete Leichen liegen. Mit dem Erzähler von Der Brenner und der liebe Gott könnte man fast sagen: Trojanischer Krieg nichts dagegen.

Mit seiner eigenwilligen Sprache und seinem eigenwilligen Helden hat sich der österreichische Autor Wolf Haas eine stetig wachsende Fan-Gemeinde geschaffen. In Der Brenner und der liebe Gott lässt er seinen Protagonisten in eigener Sache im Sumpf der Bau-, Abtreibungs- und Abtreibungsgegnerbranche recherchieren. Dabei stochert der dank seiner Tabletten teils benebelte, teils aber auch zu detektivischer Hochform auflaufende Brenner in einer wahren Kloake aus bürgerlicher Doppelmoral, politischer Heuchelei und krimineller Energie herum. Und das tut er wieder einmal auf äußerst vergnügliche Art und Weise.

Dass Brenner beim Stochern im Morast ausgerechnet in der Senkgrube einer Almhütte zum ersten Mal dem lieben Gott begegnet – und dass sich dieses Treffen, bei Licht betrachtet, dann doch wieder ganz anders darstellt – ist nur konsequent. Solche Szenen machen Der Brenner und der liebe Gott zu großer Kriminalliteratur. -- Thomas Köster

   

Rumänien 1945: Der Zweite Weltkrieg ist zu Ende. Die deutsche Bevölkerung lebt in Angst. "Es war 3 Uhr in der Nacht zum 15. Januar 1945, als die Patrouille mich holte. Die Kälte zog an, es waren -15° C." So beginnt ein junger Mann den Bericht über seine Deportation in ein Lager nach Russland. Anhand seines Lebens erzählt Herta Müller von dem Schicksal der deutschen Bevölkerung in Siebenbürgen. In Gesprächen mit dem Lyriker Oskar Pastior und anderen Überlebenden hat sie den Stoff gesammelt, den sie nun zu einem großen neuen Roman geformt hat. Ihr gelingt es, die Verfolgung Rumäniendeutscher unter Stalin in einer zutiefst individuellen Geschichte sichtbar zu machen.
   
Mariam ist ein harami, ein uneheliches Kind. Als ihre Mutter sich umbringt, wird sie von ihrem Vater deshalb schnellstmöglich mit einem Schuhhändler aus Kabul verheiratet. Die junge Laila ereilt Jahre später ein ähnliches Schicksal, das sich mit dem Mariams verflicht - sehr zu deren Unwillen. Dann jedoch versuchen beide Frauen, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen, doch unter dem Terrorregime der Mudschaheddin und später der Taliban bleibt ihnen dazu so gut wie kein Spielraum. Und so bleibt schließlich nur ein Ausweg. "Tausend strahlende Sonnen" ist ein Buch, das den Leser in keiner Weise schont, ihn oft schreckerstarrt weiterlesen lässt, das aber auch außerordentlich behutsam mit seinen Figuren umgeht. Khaled Hosseini malt die Charaktere der beiden sehr unterschiedlichen Frauen nur durch Nuancen aus, schafft es aber, sie einem innerhalb weniger Seiten fest ans Herz wachsen zu lassen. Ein brandaktuelles Thema, verpackt in eine mitreißende Geschichte - unbedingt lesen!
   

Stellen Sie sich vor, Ihre geheimsten Wünsche würden wahr. Die innersten, dunklen Wünsche, von denen Sie selbst bisher nichts ahnten. So ergeht es Jonas, dem ein Unbekannter eines Tages ein unerhörtes Angebot macht: "Ich erfülle Ihnen drei Wünsche." Der Ehemann, Vater, Werbetexter und leidenschaftliche außereheliche Liebhaber lässt sich auf das Spiel ein. Bis seine Frau eines Abends tot in der Badewanne liegt. Weiß die Nacht etwa mehr von Jonas' Wünschen als er selbst? Unverwechselbar erzählt der in Wien lebende Schriftsteller Thomas Glavinic die Geschichte eines ganz normalen Mittdreißigers, der genau das bekommt, was er sich wünscht. Und noch ein bisschen mehr.
   

Gerhard Haderer ist ein viel beschäftigter Mann. Das ganze Jahr über zeichnet er für große Magazine wie das »profil« und für kleine Schundhefte wie das »MOFF«. Er macht da ein verdammt gutes Plakat und dort ein kleines Video. Und natürlich veröffentlicht er auch großartige Cartoons im deutschen »stern« … All das und noch viel mehr versammelt Gerhard Haderer jetzt wieder in seinem wohlfeilen Jahrbuch! Ein Jahresrückblick der Extra-Klasse und ein Sammelwerk für Fans!
Gerhard Haderer: Geboren 1951 in Leonding. Nach der Fachschule für Gebrauchsgrafik in Linz mehrjährige Tätigkeit als Werbegrafiker. Seit 1985 regelmäßige satirische Zeichnungen in Zeitschriften und Magazinen wie "Stern", "profil", "Geo" und "Trend". Er lebt und arbeitet in Linz.
   

Der Roman "Die Zwerge" von Markus Heitz war es wohl, der eine intensive Beschäftigung zahlreicher Autoren mit den Figuren aus Tolkiens Welt ausgelöst hat. Jetzt entscheidet sich "Das Schicksal der Zwerge": In einem den Zyklus wohl abschließenden vierten Band soll der Zwerg Tungdill Goldhand endlich alles zum Guten richten. Alle Romane um ihn und seine Getreuen sind parallel zur Buchausgabe (Piper) auch als Hörbuch (Hörbuch Hamburg) erschienen, eingelesen von Johannes Steck. Er offenbart hier einmal mehr seine Sprecherqualitäten, wenn er im Geschehen involviert ist und alle schicksalhaften Veränderungen für den Zuhörer spürbar werden lässt. Das Geborgene Land steht am Scheideweg, und ob es eine Rettung gibt, ist ungewiss. Denn es taucht ein Zwergenkrieger auf, der zwar aussieht wie Tungdill, doch sein bester Freund ist sich nicht sicher, ob das vielleicht doch nur ein Trugbild sein könnte. Treibt eine finstere Macht ihr grausames Spiel? Wer hier leichtfertig das Ohr zu früh vom Lautsprecher wegzieht, ist selber Schuld.
   

Natürlich ein gefundenes Fressen für JBK & Co.: Da verliert einer als Fünfzehnjähriger quasi über Nach so gut wie sein gesamtes Augenlicht. Doch anstatt sich selbst zu bemitleiden oder früh verrenten zu lassen, nimmt er beherzt sein Schicksal an und sein Leben in die Hand. Unverdrossen und ganz ohne Blindenstock tastet er sich ins Erwachsenenalter vor, macht Abitur an einer Regelschule, kompensiert sein mangelndes Seevermögen mit der Schärfung seiner übrigen Sinne und bringt es in punkto Verstellung und Täuschung zu wahrer Meisterschaft.

15 Jahre lang spielte der gebürtige Singhalese Saliya Kahawatte mit Bravour die Rolle eines Sehenden, studierte Betriebswirtschaft, arbeitete in einem Fünfsternehotel, jonglierte Tabletts durch überfüllte Lokale und übte im stillen Kämmerlein das eichstrichgenaue Einschenken von Rotwein. Die schier unglaubliche Lebensgeschichte hat es nun – eigenhändig verfasst, versteht sich – zwischen zwei Buchdeckel geschafft und den außergewöhnlich willensstarken Mann ins Fernsehen gebracht. Mit dazu beigetragen hat natürlich die rührende Tatsache, dass es erst einer Krebserkrankung und Depressionen bedurfte, um Kahawatte zur Besinnung und zum Einriss seines Lügengebäudes zu bringen.

„Es macht immer Sinn, aufzustehen und weiterzugehen“, lautet das Motto von Saliya Kahawatte, der inzwischen erfolgreicher Unternehmensberater ist und Führungskräfte coacht. Mein Blind Date mit dem Leben ist wie einem Märchen aus modernen Zeiten entsprungen – sein Autor Vorbild und Mahnung zugleich.

   

Ein modernes Märchen voller Lebendigkeit, Lebensenergie und Leidenschaft, das Träume und Hoffnungen in atemberaubenden Bildern erscheinen lässt. Der Film erzählt gleichzeitig von universellen Themen: von Schicksal, von der Suche nach Liebe, vom Traum zu gewinnen und davon, was das Leben lehrt. Die Geschichte von SLUMDOG MILLIONÄR kann überall passieren, und das verbindet die Kinozuschauer auf der ganzen Welt mit Jamal, Salim und Latika.

SLUMDOG MILLIONÄR basiert auf dem ergreifenden Roman „Rupien! Rupien!“ von Vikas Swarup.

   

Auf den Straßen von Gotham City herrscht noch immer keine Ruhe. Ein Haufen selbst ernannter Batman-Imitatoren macht Jagd auf das organisierte Verbrechen und muss dabei ein ums andere Mal vom Original gerettet werden. Die Polizei ist deshalb gar nicht gut auf den Mann im Fledermauskostüm zu sprechen, der die Justiz einfach in die eigenen Hände nimmt. Als ein neuer Stern an Gothams Himmel erstrahlt – der Staatsanwalt Harvey Dent verschreibt sich dem Kampf gegen Verbrechen und Korruption – stehen nur noch Lieutenant Gordon, Butler Alfred und Erfinder Lucius Fox Batman treu zur Seite. Schweren Herzen muss Bruce Wayne zudem mit ansehen, dass die Liebe seines Lebens, Rachel Dawes, und Harvey Dent ein Paar werden. Als plötzlich der geniale Joker die Bühne von Gotham City betritt, werden die Karten noch einmal neu gemischt: Der Joker verspricht den Anführern der organisierten Kriminalität Batmans Tod. Dabei geht der offenbar komplett wahnsinnige und durch und durch böse Joker buchstäblich über Leichen. Hat Batmans letzte Stunde geschlagen?